Freedom Vape

Audiopets-Sendung von gestern Nacht:
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I Will Compose A Fancy Rhyme


Nachtclub – 19.8.16
Black To Comm/Providence
Wolf Eyes/Choking Flys
Suicide/Frankie Teardrop
Subpoena The Past/Altitude On Ice
Muslimgauze/Harijana
Mutamassik/ On{e} Foot {in}, On{e} Foot {out}
Calhau!/Barraberra
Jon Hassel & Brian Eno/Chemistry
Robert Aiki Aubrey Lowe & Ariel Kalma/Millevoix
C Yantis/Real West End Marginal
Idris Ackamoor & The Pyramids/Rhapsody in Berlin
The Clash/Ghetto Defendant
Nisennenmondai/Destination Tokyo
The Vacant Lots/Confused
France/Live à l’Ottfest (Excerpt)
Om/Pilgrimage
Die Goldenen Zitronen/Nachhall
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Otomatik Muziek///DRNTTCKS – Mitten

OM#2: DRNTTCKS – Mitten
Aufnahmen 2013/14, editiert 2016.
Release Date: 31.08.2016, Vorbestellung hier:

The outcome of these recordings, made between 2013 and 2014, is lurching between sparse experiments with contact mics and arythmic drum loops, new age synth references played on guitars, frail melodies and no-input noise. No rock approach. Autonomous, autistic at best.

„Mitten“ refers to the recorded sound, consisting mostly of two deranged guitars, alienated through a jungle of effects, swinging somewhere between a frequency of 400 and 1000 Hz. It also refers in terms of sociology to an alienated middle class; weary heart and dead soul of society. Sound built upon suburban homes with front gardens, half-life behind curtains, esoteric amplification of the self, improvement of the self, hypertrophy of the self, a loss of political attitude and ideals of humanism in favour of individualism, homestead and smoothies.

This theme also finds its equivalent in Dicey Studios‘ artwork: red and green, the colours of the two compatible political left-winged parties, as the factual liaison between „Deutschtum“ and the remains of the krautrock movement. From suburban lawns to weed-infested rehearsal rooms in youth centers. From the Bundestag to batik slips, from military interventions to the neurotic details of waste separation.

All tracks have been mixed down in 2016 from live improvisations recorded as duo at DRNTTCKS headquarter in 2013/14. Sources: voice, guitars, no-input mixing desks analogue and digital effect pedals.

Handdubbed tape, ed. of 40, comes with special banderole.

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Klang Elevation

GSAE

Kommt zahlreich. Färberstr. 10, 3. Stock – den Eingang beim Fitnessstudio nehmen, zu Fuß in den 3. Stock hinauf.

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Schattenenergetik

All scans: Jon Rich – Facebook: A Court of Ignorant, Cruel Judges, in:e-flux journal – The Internet Does Not Exist, Sternberg Press 2015

Welcome to a post-factual world.
Ich fühle mich immer mehr an die 1980er erinnert – Thatcherism, Blockpolitik, New Age, atomares Wettrüsten, Paranoia, the end is nigh. Jetzt eben Neoliberalismus, Weltanschauungsclash, „Achtsamkeit“, individueller, affektgesteuerter Terror, Paranoia, the end is nigh.

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Gorilla Einheit

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Desi-Sommerfest, S.U.V. mit 1 Live Set ab 21.00 Uhr. Mit im Gepäck die letzten paar S.U.V./New Dark Age-Tapes. Be there for some universal love.
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Visible Wounds

Es gibt Dinge, über die man nicht schreibt, es gibt Dinge, über die man nicht spricht. Als am letzten Samstag Omar Mateen in Orlando 49 Menschen erschossen hat, habe ich das am Sonntag Morgen nüchtern zur Kenntnis genommen. Offene Gewalt hat schon lange wieder ihren festen Platz im Alltag der vermeintlich zivilisierten neoliberalen Welt – was absehbar war. Ich habe mich zurückgehalten, auf sozialen Medien wie auch diesem hier irgendetwas dazu zu schreiben, weil mich die beliebige Peinlichkeit der Je-suis-Charlie-Paris-Istanbuls mehr taub als stumm zurückgelassen hat. Vielleicht aber auch, weil Gewalt gegen Queere eine zynische Normalität besitzt. Die Wahrheit ist auch, dass ich keine angemessene Antwort auf diese Gewalt finde, und all die Share-Bildchen und Gifs und kopierten Statements in etwa das Pendant zu einer 90er-Jahre-Lichterkette darstellen. Ja. Bei beidem habe ich mitgemacht. Man ist manchmal nur ein Kind des Moments.
Und jetzt trage ich, vor allem seit den Ereignissen des letzten Samstags, eine Sprachlosigkeit, eine Schwere mit mir herum. Wahrscheinlich auch, weil ich nicht klug, belesen genug bin, um mich mit den richtigen Worten dazu zu äußern. Ich kann ja nicht einmal sagen, was das war. Ein Psychopath, der sich halt, wie die Attentäter von Paris oder Anders Breivik, eine liberale Gesellschaft als Ziel ausgesucht hatte? Ein Psychopath wie der, der vor Jahren in einem US-amerikanischen Kino während einer Batman-Vorstellung einen Amoklauf hingelegt hat, nur dass er sich mit einem (anderen) Weltbild schmückt? Ein Chauvinist und Macho wie es sie zu Millionen gibt, der ein blutiges Grenzmal für ein straight white America setzen wollte? Hat das Einfluß auf die Qualität dessen, was da passiert ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht. Die Artikel, die ich lese, lassen mich ebenso ratlos zurück wie die Bücher. Was mir bleibt ist das Gefühl, das sich schon während den Arbeiten am letzten S.U.V.-Release einstellte und dort auch als Text im Inlay landete: Violence is no incident. Peace is an incident. Die Aufhänger mögen unterschiedlich sein. Gemein ist ihnen nur ein Machismo, der jede Art von Andersartigkeit nicht nur ausschließt, sondern auch abwertet und als Dreck brandmarkt.
Die letztjährigen Anschläge in Paris machten mich betroffen, weil, auch wenn ich die Eagles Of Death Metal für eine ganz grauenvolle Sache halte, zum ersten Mal Hand angelegt wurde an dieses Ding, das für mich auch eine gewisse Relevanz hat: Popkultur. Und in den ersten Tagen und Wochen danach war ich nicht so ausgelassen auf Konzerten wie vielleicht sonst. Und jetzt: ein Fanal gegen queere Räume, gegen Queerness.
Ich war noch nie explizit offen, was meine eigene Queerness angeht, ich bin es auch immer noch nicht – ich hatte nie das Bedürfnis dazu. Weil es für mich immer normal war, anders zu sein und anders zu leben und zu lieben als andere. Ich habe mich aber auch seit gut 15 Jahren  nicht mehr auch nur eine Sekunde wegen meiner Ansichten oder meiner Art zu sein unwohl oder unsicher gefühlt, vielleicht weil das Glück der Geburt meine Cis-Gender-Anteile zumeist überwiegen lassen. Aber ich kenne die ganze Gefühlspalette. Die Unsicherheit. Der heteronormative Blick anderer Männer und Frauen. Die sanft schwingende Gewalt. Ein Gewalt-Vibe. Mir ist es egal, ob das das Attentat eines Cis-Chauvinisten oder eines religiösen Fundamentalisten gegen die LGBT-Community war, unterm Strich stehen bei jeder Rechnung 49 Tote. Stephen O’Malley hat es für mich dieses Jahr mit seinem „Fuck Fundamentalist Pigs„-Doppelalbum auf den Punkt gebracht:
„It’s clear that as an experimental guitar player I have absolutely no political power (or even ability to articulate in those forms) but it’s important to take the opportunity to say « fuck you » in these situations. To the facist & fundamentalist movements. To the absurding of the worst sides of monotheistic belief systems. And not only the perpetrators behind these events but also on other sides including the reactive and opportunistic. Those with most to gain are the underlying authoritarians in our own societies who have opportunities to implement and increase their control even further for their gains. The „security“ changes we face in fact may also result in yet further increase in the loss of liberty and freedom.
The reactions aimed toward increased separation of cultures, xenophobia, nationalism, and especially racism are highly regrettable. I hope these recordings offer a small sense of solace in the time, even for the few hundred who hear them.“
Das Konzert, das ich in zwei Tagen auf dem Desi-Sommerfest spiele, wird nichts verändern, und wer hier nicht zufällig diesen Text gelesen hat, wird es nicht einmal merken. Weil ich nichts dazu sagen kann. Aber alles, was ich mache, wie ich es mache, musikalisch, privat, in meinem Job, in meinem Umgang mit anderen, verdanke ich einer Szene, Lebens- und Denkweise, die Queerness mit offenen Armen empfängt. Wisst, dass ich während des Sets an nichts anderes denken werde: We Are Here, We Are Queer. And it feels great.
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